Samstag, 30. August 2008

The Avenue of the Giants

Andreas, herzlichen Dank für deine kritischen Begleitkommentare! Weiter so :-)
From Seattle to Sa...

Seit Eureka fahren wir nicht mehr direkt an der Küste entlang. Geologisch unstabiles Gebiet verhinderte einen durchgehenden Hiway entlang der Küste (entsprechend heisst der Abschnitt "Lost Coast"). Dafür konnten wir bald auf die Avenue of the Giants abbiegen, einem alten Teilstück der US 101 das sich durch die südlichen Redwood-Wälder schlängelt. Hier machten wir zahlreiche Stopps, um kurze Trails zu besonders sehenswerten Waldabschnitten zu begehen.
Im Founders Grove gingen wir gar durch eine Art Redwood Friedhof. Zahlreiche Bäume liegen umgestürzt übereinander. Darunter auch der Dyerville Giant (siehe auch die folgenden zwei Fotos):
From Seattle to Sa...

Die umgestürzten Bäume stellen den über Jahrhunderte gesehenen Normalzustand eines Redwood Waldes dar. Die liegenden Riesen sind das Geburtsbett des sich erneuernden Waldes. Eine Spezialität der Redwoods ist übrigens das "Spawning": Neue Bäume können nicht nur aus den Samen, sondern auch direkt von dem Wurzelwerk eines umgestürzten (abgebrochenen, gefällten, etc) Baumes spriessen.
Das Fahren und Gehen zwischen den Riesen ist wie der Besuch einer gothischen Kathedrale. Es herrschen ähnliche Lichtverhältnisse, dieselbe Stille und fast gleiche Temperatur wie dort.

Das Visitor Center gleich neben dem Campground informiert vorzüglich über die Geschichte und die Natur der Redwood-Wälder. Besonders beeindruckend empfanden wir den Film über die Flutkatastrophe vor Weihnachten 1964 (siehe unseren Blogartikel zu Klamath). Damals hatten wir ja noch keine Ahnung von den Ausmassen der Flut! Das ganze Hiway-System von Crescent City bis Garberville war praktisch zerstört, ebenso viele der Dörfer. Der Grossteil der Brücken und mehrere hundert Meilen der Strassen und Schienen wurden von den Fluten mitgerissen. Im Film konnten wir miterleben, wie eine massive Stahlbrücke aufgefressen wurde. - Eindrücklich waren auch die darauffolgenden Hilfs- und Wiederaufbauaktionen.


Donnerstag, 28. August 2008

Sequoia Sempervirens

auf Englisch Redwoods, die grössten und ältesten Lebwesen der Erde.

Wir erleben hier zwar im Moment fast mediterranes Klima, aber übers Jahr gesehen sind hier Nebel und Luftfeuchtigkeit die idealen Voraussetzungen für die Redwoods. Hier führt die US 101 50 mi durch einen der beeindruckensten Wälder der Erde.
Seit dem Ende der 1960er Jahre sind mehrere Naturschutzgebiete zum Redwood-Nationalpark zusammengefasst (Kompromiss zwischen Holzlobby und der Bundesregierung, die für den Park einen hohen Preis bezahlen musste). Das Besondere ist das Aufeinandertreffen zweier Urlandschaften, dem Wald aus Mammutbäumen und dem Pazifik.
Die Bäume sind höher als manche Wolkenkratzer von Frisco. 1000-jährige Redwoods lassen nur wenig Licht auf den Waldboden durch. Es ist still wie in einem europäischen mittelalterlichen Dom, aber viele Baumriesen sind deutlich älter als die Dome.
Die Welt der Redwoods führt zurück in die Urgeschichte des Planeten. Ihre Verwandten wuchsen schon im Myozän. Das beweisen Versteinerungen aus fast allen Kontinenten.
Die Natur lehrt hier andere Massstäbe. Der Mensch ist in diesen Wäldern ein Winzling. Die üblichen Fragen nach Rekordhöhen, -dicken und -alter wirken absurd bei der Erhabenheit der Bäume. Jeder Schritt wird durch eine jahrhunderte Humusschicht abgefedert. Der Nadelteppich verschluckt die Geräusche. Ähnliche Erfahrungen jenseits der Zivilisation macht man sonst nur in Wüsten.

Die Qualität des Holzes
Das Holz der Redwoods ist nicht nur wegen seiner Masse (aus dem Holz eines Baumes lassen sich etwa ein halbes Duzend Einfamilienhäuser bauen) begehrt, sondern vorallem wegen seiner Qualität. Es verottet nicht, und Ungeziefer kann ihm nichts anhaben; es widersteht selbst Waldbränden und Termiten. Und das trocknende Holz schrumpft und verzieht sich nicht.
Die Rothölzer kennen nur einen Feind: die Motorsäge. Natürlich können ihnen Stürme die Spitze brechen, aber das tötet den Baum nicht. Er treibt in 40, 50 m Höhe einfach einen Seitenast zu einem neuen Stamm aus. Und wenn einer der Riesen stribt, bleibt er noch Jahrhunderte stehen und wird zur Quelle vielfältigen Lebens.
Die Bestrebungen, die Bäume zu schützen, reichen in die 1920er-Jahre zurück. In wenigen Jahren wurden an drei Orten Vereinigungen für die Erhaltung der Wälder ins Leben gerufen. Man kann den Idealisten nicht genug danken für ihre Vorarbeit. Trotzdem sind nur 4% der Bäume vor der Säge gerettet worden. Immerhin transportieren die Holzlaster heute keine der alten Mammutbäume mehr (sie könnten übrigens auch nur den Bruchteil eines Stammes laden), sondern jüngeres Rotholz aus Aufforstungen. Es gibt seit 1997 zum Glück auch keine Sägen, die einen mächtigen in Bretter oder Balken auftrennen könnte. - Für die verbleibenden stummen Giganten bedeutet das das Überleben.

Welcome to California

From Seattle to Sa...

Die letzten zwei Tage im Überblick:
  • Wir sind etwa 200 km nach Süden vorangekommen.
  • Die Bergzüge fallen sanfter zum Pazifik ab, obwohl sie höher sind als die in Oregon.
  • Die Sandstrände sind länger und in der Regel zugänglich.
  • Das Wetter ist fantastisch; die Wärme ist zurück (fast wie in Seattle)
  • Die Preise für das Essen sind markant gestiegen
  • Die Statepark Campgrounds noch günstiger (14$ Wa, 8$ Or, 6$ Ca)
  • Radstreifen (Shoulder) fehlt manchmal
  • Mit welchem Wohlwollen man auch hier den Velofahrern begegnet, zeigt eine kleine Episode von heute: Wir mussten an einer Strassenbaustelle stoppen, weil der Verkehr einspurig geführt wurde. Die Strasse führte ziemlich steil bergauf. Der Flag Man liess uns als erste wieder starten und hielt die Motorfahrzeuge so lange auf, bis wir den Engpass passiert hatten.
Crescent City:
  • Wurde 1964 von einem Tsunami teilweise verwüstet
  • Interview von einer Reporterin der lokalen Zeitung (Link folgt hoffentlich bald)
Klamath:
  • Liegt mitten in den Redwood Wäldern.
  • Ist ebenfalls 1964 durch eine Naturkatastrophe verheert worden: Im Dezember schwoll der Klamath River (zweitgrösster Fluss in Kalifornien) von 1 m auf 27 m an und spülte das Dorf weg.
  • Angeblich 1500 RV Stehplätze in diesem winzigen Dorf fast ohne Infrastruktur, dafür mit Casino
  • Der Klamath River hat keine Dämme deshalb gelangen die Lachse hier nach wie vor zu ihren Laichplätzen. Jährliche Rituale der Indianer (und der Fischer Touristen) im Zuammenhang mit dem Lachsfang.
Trinidad:
  • Tönt nur karibisch, ist aber nur ein Kaff.
  • Hat uns in der Mitte der Donnerstags-Etappe einen komfortablen Rastplatz präsentiert.
Eureka:
  • Grösster Kalifornischer Ort bisher
  • Viktorianische (Laubsägeli-) Architektur (es wirkt alles sehr gepflegt)
  • Wiedereinmal Motel
  • Vom Rückenwind beinahe hierher geblasen worden

From Seattle to Sa...

Nach dem Grenzübertritt war unser Ziel klar: die Redwood-Wälder in den State und National Parks südlich von Crescent City. Es lag darum nahe, bis zum Prairie Creek Redwoods State Park Campground zu fahren und die Wälder von dort aus weiter zu erkunden. Schon auf den letzten 10 mi stiegen wir einigemale von den Rädern und begaben uns zu Fuss auf kleine Trails zu besonderen Bäumen.
Wir beabsichtigen eigentlich auch den kommenden Tag für die weitere Erkundung zu benutzen, merkten dann aber, dass wir am Freitag in Eureka ankommen würden, am Wochenende vor dem Labor Day. Das würde wohl für alle Motels bedeuten: No Vacancy. (Leider hat es in der Nähe keinen anständigen Campground.) Als Kompromiss blieben wir nur einen halben Tag dort und fuhren am Nachmittag nach Eureka.
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Am Morgen starteten wir gleich nach dem Frühstück einen abwechslungsreichen 19 mi Loop durch die Wälder. Am Gold Bluffs Beach vorbei kamen wir zum urzeitlichen Fern Canyon. Weiter ging es auf einem wunderbaren Singletrack dem Meer entlang. (Was ohne Gepäck nicht alles möglich ist!) Zweimal fuhren wir ziemlich nahe an Elk Bullen vorbei. Wir kamen ihnen beklemmend nahe. Steil und dementsprechend anstrengend wurde es nur auf dem letzten Stück Trail zurück zur Strasse. Ab dort folgten auf dem Newton B. Drury Scenic Parkway 10 km Weg, den wir gestern schon befahren hatten.

Dienstag, 26. August 2008

Abschied von Oregon

From Seattle to Sa...

Wir sind gestern Nachmittag in Brookings angekommen, dem letzten grösseren Ort vor der Grenze nach Kalifornien. Da unsere Velocomputer inzwischen mehr als 1000 km anzeigen, ist es höchste Zeit für einen Ruhetag. Den hier zu verbringen ist besonders praktisch, denn in der Nähe des Campgrounds können wir einkaufen und essen. Zudem befinden wir uns direkt am Meer und verfügen hier über die notwendige Infrastruktur (inkl. Laundry und Wifi). Auch das Wetter zeigt sich von der schönsten Seite. - Gestern konnten wir übrigens erstmals eine ganze Tagesetappe mit sehr kräftigem Rückenwind zurücklegen. Wir hoffen, dass uns dieselbem Winde auf den kommenden 2/3eln er Gesamtstrecke hin und wieder begleiten. Es lässt sich so sogar uphill gut pedalen.
Mit einiger Erwartung sehen wir der Etappe von morgen entgegen, erwarten uns doch wenige Meilen südlich der Grenze die ersten Redwood-Wälder.

Wir werden Oregons Küste in bester Erinnerung behalten, und zwar in jeder Beziehung. Die Leute, mit denen wir hier Kontakt hatten, begegneten uns ausnahmslos sympathisch. An der wilden Küste mit ihrem anforderungsreichen Klima leben selbstbewusste, offene, humorvolle Menschen. Ihr Staat unterscheidet sich in manchem von den anderen. Dass der Hiway 101 durchgehend mit einem Radstreifen versehen ist und wir regelmässig auch auf wunderschöne Alternativrouten geführt wurden, ist wohl ebenso typisch für Oregon wie das Gesetz aus den 1960er-Jahren, das den Strand für jedermann zugänglich macht, nämlich bis zu genau jener Linie, wohin die Wellen beim maximaler Flut schwappen können.
Die Küste Oregons ist dünn besiedelt; kaum ein Städtchen hat mehr als 5000 Einwohner. Viele von ihnen heissen einen nicht nur willkommen, sondern nennen auch die aktuelle Einwohnerzahl. In den kleinen Lokalzeitungen drucken sie aber auch aus dem täglichen Polizeitprotokoll ab: Beispiele aus dem "Port Orford Today!", 21-08-08 (Police report by Cheif Creighton):
  • 08-07 police arrested Ryen Beech on a Parole and Probation order.
  • 08-08 Police responded to Tichenor St on a call of a domestic assault at that location. Philip Russum was arrested for Domestic Assault.
  • 08-13 All Emergency Services personnel responded to 11th and Oregon Street on a call of a motor vehicle crash. It was determined that the operator of a motor cycle had been driving for about 12 hours had drifted across several trafic lanes and stuck the curb causing the motorcycle to roll. The driver refused medical transport.
  • ...
Das Gesicht an der Küste ändert sich mit fast jeder Meile. Wasser und Land werden kaum je durch einen geraden Strich getrennt, sondern zerklüftete Felsen, Buchten und Sandstrände wechseln einander ab. Und immer wieder die unbezwingbaren Basaltmonolithe draussen vor der Küste. - Der Eindruck hängt jedoch vom Wetter ab, denn bei Nieselregen und Nebel sieht man wenig davon. Als Sinneseindrücke dominieren dann vor allem die nasse Kälte und das Rauschen der Wellen.
Auf Abschnitten, wo die Strasse weiter weg von der Küste verläuft, wirkt die Landschaft wie ausgewechselt. Da kommt man plötzlich durch hügeliges Farmland, das in seiner Topographie an Jurahöhen erinnert, von der Farbe her aber auch an ausgedörrte Walliser Südhänge (wo nach dem ersten Schnitt nichts nachwächst ohne Bewässerung).
An Oregons Pazifikküste kommt's auch zu einem bemerkenswerten Warenaustausch zwischen Asien und Amerika. Die Strände vor allem im nördlichen Oregen sind überfüllt von angeschwemmten Hölzern asiatischen Ursprungs, daruter Teakholz, Bambus und Mahagoni aus den Philippinen. Es finden sich aber auch gläserne Schwimmkörper japanischer Fischernetze. Andererseits werden in North Bend und Coos Bay, dem einzigen natürlichen Hafen für Hochseeschiffe, japanische Kähne mit Baumstämmen beladen oder in ihre Bäuche Sägemehlberge gesaugt. Die Japaner sollen für rohes Holz 20% mehr bezahlen als einheimische Sägemühlen und jeder vierte hier gewachsene Baumstamm zur Verarbeitung über den Ozean holen. In der Gegenrichtung bewegen sich die von den USA importieren Hi-Tech Produkte.

Neben der Geräuschkullisse der Brandung bleiben uns auch die Schreie, das Jaulen und das krächzende Bellen (undefinierbare Laute eben) der Seelöwen und -elefanten in den Ohren. Jene tönen so urzeitlich wie diese.
Im rauhen Klima hier scheint für die Oregonians der Teufel oft seine Hände im Spiel der Naturgewalten gehabt zu haben, denn der Beiname "devil" taucht mit erstaunlicher Regelmässigkeit auf.

Montag, 25. August 2008

Humbug Mountain Bicycle Travellers Meeting

From Seattle to Sa...
Wir machen Rast in Gold Beach, nicht kurz vor Zürich, sondern kurz vor Kalifornien. Die letzten beiden Tage sind wir ziemlich gut vorangekommen - trotz Gegenwind gestern. Die klimatischen Bedingungen haben merklich geändert. Erstmals waren wir auf einem Zeltplatz, der nicht in einem feuchten Wald gelegen ist. Unser Zelt trocknete dann auch erstmals seit einer Woche. Nicht für lange! Wie das Foto oben zeigt, näherte sich eine Wolkenfront der Küste. Beim Einfahren in Port Orchard sank die Temperatur um 10° von einer Minute zur anderen. Sobald die Sonne kurz durch den Nebel drückte, wars wieder angenehm warm, und zwar wärmer als in den vergangenen Tagen. Trotz klarem Wetter bleibt es hier an der Küste nämlich in der Regel kühl. Der Pazifikwind lässt keine Hitze zu.
Beim Einnachten wechselte der Nieselregen zu starkem Niederschlag. Die frisch gewaschenen Kleider blieben nass.

Erstmals teilen wir eine Campsite mit vier anderen Bikern. An den Tagen zuvor hatten wir gelegentlichen Kontakt mit dreien von ihnen. Eine deutsche Radlerin, ein Amerikaner und ein kanadisches Ehepaar (auf dem Honeymoon von Vancouver nach Feuerland) nutzten den gleichen Platz (maximal 8 Personen auf einer Site).

Sonntag, 24. August 2008

Columbia River (Nachtrag)

Auf dem Flug nach Seattle bewegten uns wir lange einem schier endlosen See entlang; es war der Columbia River. Sechs Tage später überquerten wir ihn an seiner Mündung bei Astoria auf der gewaltigen dreiteiligen Brücke, deren steile Aufwölbung im letzten Drittel uns allen abforderte. Darum ein paar Daten zum Fluss:
  • Er ist einer der drei grossen Ströme Nordamerikas.
  • Von den kanadischen Rocky Mountains legt er 2000 km zurück.
  • An seinen Ufern steigen die Basaltwände bis 1000 m in die Höhe.
  • Die Briten sahen um 1840 im Columbia River die natürliche Grenze zwischen den USA und Kanada. (1846 einigte man sich schliesslich auf den 49. Breitengrad als Grenze.)
  • Die Entdeckung der Flussmündung wurde für den jungen Staat USA Anlass zur Landnahme im Westen des Kontinents. Berühmt wurde die Expedition unter der Führung von Lewis & Clark, weil sie Strapazen auf sich nahm, die das menschliche Mass überstiegen.
  • Hochseeschiffe können 160 km den Fluss hinauf fahren, bis nach Portland.
  • Die gefährlichen Sandbänke an der Mündung führten früher regelmässig zu Schiffsunglücken.
  • In Fort Stevens, südlich der Mündung, kann man bis heute die Überreste der "Peter Iredale" sehen, eines der letzten Vollsegler, der vor 102 Jahren hier strandete. (Sie war ein Getreidefrachter, die Weizen nach Australien brachte.) Sturm, Nebel und unberechenbare Strömungen liessen sie stranden. Die vier Masten sollen wie Streichhölzer geborsten sein. Statt es wieder frei zu kriegen und zu reparieren, überliess man das Wrack dem Meer. Heute ist nur noch weniges vom Gerippe übrig geblieben.
  • Im Rahmen des New Deal wurde von 1933 - 39 der Bonneville Dam gebaut, der Fluss damit aufgestaut (Gewinnung von Elektrizität, später Bewässerung).
  • Lachse die früher zu Millionen den Fluss hinaufzogen, wurde der Damm ein unüberwindliches Hindernis. Später eingebaute Fischtreppen lösten das Problem nur halbwegs. Heute bewegen sich ohnehin oft nur noch hunderte von Fischen den Columbia River hinauf. Die letzte Fischfabrik flussabwärts (in Astoria) machte 1981 dicht.
Hier mal ein paar andere Fotos. Wir sind jetzt in Port Orchard ganz im Süden von Oregon.
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Samstag, 23. August 2008

The Oregon Dunes

Seit unserem Eintrag gestern am frühen Nachmittag bis Samstag Mittag bewegten wir uns durch und entlang der Oregon Dunes National Recreation Area. Das ist ein über 60 km langer Wanderdünengürtel zwischen Pazifik und der US 101. Entsprechend geschützt sind Flora und Fauna. In groteskem Kontrast dazu fröhnen die Touristen dem Off-road-Spass.
Der Jessie M. Honeyman Campground war eine ausgezeichnete Wahl: Er ist organisch in den Wald integriert, grenzt unmittelbar an die Dünen, lässt aber keinen Motorenlärm ins Gelände dringen.
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Unsere müden Beine wurden noch einmal strapaziert beim Erklimmen der Dünen, die bis 100 m hoch sind. Eindrücklich wie der Wald gegen den vordringenden Sand zu überleben versucht. Beim Hinaufkeuchen fühlten wir uns ähnlich wie vor einigen Jahren im Binntal, als auch wir beide durch den tiefen Schnee zum Geisspfadsee hoch stiegen.
Dass das Befahren der Dünen zu einer Goldgrube für die Anbieter der Vehikel wurde, zeigte sich unterwegs. Ständig passierten uns Fahrzeuge, die Buggys geladen oder auf einem Anhänger dabei hatten (statt wie bisher Holzlaster). Den Vogel schoss jener Trailerfahrer ab, der an der Rückwand seines riesen Busses zwei ATVs aufgehängt hatte.
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Wir schreiben hier in Janie's Family Diner wo uns eine grossmütterliche Köchin einen wohl schmeckenden Lunch servierte, den sie mit einem köstlichen Erdbeercake abrundete. An den lokalen, nationalen und international Maps an der Wand setzten auch wir unseren Pin. Gäste aus wirklich aller Welt haben sich hier schon bekochen lassen.

Freitag, 22. August 2008

Das schöne Wetter ist zurück!

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Die gestrige Etappe war lang und ziemlich hart. Den Rückstand gegenüber der Marschtabelle galt es aufzuholen. Leider machte am Vormittag das Wetter nur halbherzig mit. Die Regenkleider blieben montiert. Trotzdem fuhren wir regelmässig die zwar längeren, aber schönen Alternativrouten. Dort begegneten wir kaum Motorfahrzeugen, mussten jedoch lange, steile Anstiege bewältigen. Dafür entschädigte uns die fantastische Aussicht vom Cape Meares Lighthouse, wo genau zur rechten Zeit die Sonne durch die Wolken kam.
Ein Aufsteller bedeutete die Rast in Neskowin am späten Mittag nach etwa 70 km. In einem kleinen Roadside Market bekamen wir tatsächlich frisch zubereitete Pizza Slices serviert, und zwar an der Sonne im Garten vor dem Store. Ab da war die Stimmung wie ausgewechselt. Auf einem ehemaligen Teilstück der US 101 fuhren wir erstmals mit Rückenwind ganz locker talaufwärts. Vorbei an kleinen Farmen, Wochenendhäuschen schlängelte sich die Strasse durch lichten Mischwald.
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Die Abfahrt zurück zur Hauptroute mit perfekt geneigten Kurven war fantastisch.
Weil der Rückenwind uns treu blieb und die Strasse kaum mehr hügelig war, meisterten wir die letzten 40 km der Tagesstrecke ziemlich entspannt. Ziel war Beverly Beach wo wir wieder gleichauf waren mit dem Etappenplan.
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Wir sind heute morgen bei ziemlicher Kälte (9° C) losgefahren; die Sonne hat aber bald gewärmt und zum ersten Mal kriegen wir Schub von Wind aus Nord-West. Untypisch für Oregon ist heute die Topographie, zwar hügelig, aber mit so moderaten Höhenunterschieden, dass wir es mit dem Schwung von der Abfahrt fast wieder auf der anderen Seite hinauf schaffen.
Hier reiht sich Statepark an Statepark. Die Küste ist entsprechend touristisch genutzt. Die meisten Campgrounds sind voll; in solchen mit Hiker Biker Sites finden Leute wie wir aber immer Platz.
Kurz nach Abfaht sind wir am Yaquinta Head Lighthouse vorbei gekommen.
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In einer kurzen Führung wurde uns alles über die Geschichte und die Technik des Leuchtturms erklärt. Interessante Details: Erbaut 1873. Es wurden 350'00 Ziegelsteine für den Bau verwendet. Dabei wurde Platz für Lüftung freigelassen, so dass bei der Renovation vor zwei Jahren kein einziger Bachstein ersetzt werden musste. Die Wendeltreppe und die Plattformen wurden in Philadelphia hergestellt (teilweise Kinderarbeit!) und über New York, Panama (damals ohne Kanal), San Francisco nach Newport geschifft.
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Die ursprüngliche Linse wird heute noch verwendet und ist ein französisches Produkt.
Auch hier zeugt eine lange Liste von Schiffsunglücken von der Notwendigkeit der Leuchttürme. (2001 war das letzte Unglück.) Auf den mächtigen Basaltfelsen vor dem Cape nisten viele Vogelkolonien, u.a. schwarze Kormorane. Grauwale haben wir leider auch mit dem Fernglas keine gesehen.
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Heute haben wir den Etappenplan schon vor der Mittagspause überholt. Das liegt vor allem daran, dass während den letzten 40 km vor Florence keine Verpflegungsmöglichkeit besteht. (Das finden wir erstaunlich bei dieser einmaligen Küstenszenerie. Die US 101 wird teilweise spektakulär den Felsformationen entlang geführt. Manchmal würde man sich auf einer Schweizer Passstrasse wähnen, wäre da nicht der Pazifik zu unserer Rechten.)

Wir befinden uns unmittelbar vor den Sand Dunes. Sie sind ebenso berühmt wie berüchtigt, letzteres wegen der Buggys, die dröhnend durch die Sandlandschaft preschen. Wir wollen hier auf dem Jessie M. Honeyman State Park campieren (hoffentlich ohne Buggy-Lärm!). Weil bis Sonntag prächtiges Wetter vorausgesagt ist, werden wir morgen erneut eine überlange Etappe fahren. Dann gönnen wir uns zu Wochenbeginn (bei wahrscheinlich wieder regnerischem Wetter) einen Ruhetag.

Mittwoch, 20. August 2008

Die Oregon Coast

  • ist eines der Filestücke auf der Strecke nach San Diego, was die Naturschönheiten betrifft (Länge: 550 km)
  • ist als Coast Bike Route ausgeschildert (Spezialdienstleistung bei Tunnels: man bedient einen Push Button, um den motorisierten Leuten anzuzeigen, dass sich Biker im Tunnel befinden.)
  • ist charakterisiert durch die ständig schroff ins Meer abfallenden Bergzüge, was für die US 101 bedeutet, dass sie regelmässig jeweils 100 bis 300 m ansteigt und wieder abfällt
  • gewährt bei schönem Wetter ständig View Points auf die spektakuläre Küstenlinie
  • ist voller Kleinstädte, die fast alle benannt sind nach lokalen, nationalen und internationalen Grössen (Garibaldi zum Beispiel, ein Ort vor Tillamook, bekam 1879 den Namen des italienischen Freiheitshelden durch den ersten Postmeister des Ortes)
  • zeigt an den manchmal der Küste vorgelagerten Basaltbuckeln (zum Beispiel in Cannon Beach) nicht nur den vulkanischen Ursprung des Gebirges, sondern auch, wie die anbrandenden Pazifikwellen die Küstenlinie nach Osten zurückschieben.

Oregon, der Biberstaat

  • 3 Mio. Einwohner auf einer Fläche, die vier bis fünf mal so gross ist wie die Schweiz
  • Gesetz von 1967 sichert allen den freien Zugang zur Küste (direkt an der Küste kein Privatbesitz! Deshalb lassen sich hier immer mehr Kalifornier nieder.)
  • Land der Vulkankegel und 6000 Seen
  • Grösste Stadt: Portland, mit 470'000 Einwohnern
  • Im einsamen Osten freiziehende Mustangherden
  • Nur bediente Tankstellen
  • Erste Siedler kamen um 1850 auf dem 2000 Meilen langen Oregon Trail
  • Keine grössere Industrialisierung
  • Keine Militärstützpunkte
  • Oregonians wollen keine staatlichen Zuschüsse
  • Hat strenge Umweltschutzgesetze; ist führend in der Abfall-Problemlösung
  • Kaskaden-Gebirgszug trennt Washington und Oregon in eine feuchte und also grüne Küstenregion und in ein trockenes Kontinentalklima-Gebiet
  • 50% mit Wald bedeckt (Redwoods, Douglasien, Sidka-Fichten)
  • Holzbranche mit 4 Mia. $ Umsatz
  • Holzfäller und Sägewerkarbeiter kontra Umweltschützer
  • Von Nordkalifornien bis Oregon stehen auf dem schmalen 800 km langen Küstenstreifen die letzten Mammutbäume; 80% davon inzwischen abgeholzt
  • Es wird 3 mal mehr geerntet als dass nachwächst
  • Pro Woche wird eine Fläche von 10 m^2 abgeholzt
  • Im Amazonasgebiet wird pro Jahr 1% des alten Waldes abgeholzt; hier schlagen sie mit 3% zu
  • Im Cowboy-Land Ostoregons hat sich der Snake River mit dem Hells Canyon eine Schlucht gegraben, die 300 m tiefer ist als der Grand Canyon

Im Motel

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Als wir aufbrechen wollten zeigten uns die Wettergötter mit Regen und Gegensturm die Fäuste. Daher checkten wir kurzerhand im einem nahen Motel ein. Das erlaubte uns auch, die nassen und schmutzigen Kleider in einer Laundry zu waschen und zu trocknen. Anschliessend statteten wir der Tillamook Cheese Factory einen Besuch ab. So vollautomatisiert, wie wir meinten, ist sie doch nicht. 400 Schweizer Alpkäser produzieren nebeneinander in ständiger Konkurrenz kleine Mutschli.
Spass beiseite. Die Käseproduktion ist tatsächlich vollständig automatisiert. Die Maschine spuckt riesige Käsequader aus, die vakuumiert und gelagert werden. Nach der Lagerung kommen die Quader auf Fliessbänder, werden in unterschiedliche Grössen gestückelt und verpackt. An den Bändern arbeiten eine grosse Zahl von Frauen und Männern. Sie verrichten simpelste Arbeitsschritte wie das Aneinanderreihen von geschnittenen Käsemödeli. So bleiben Arbeitsplätze erhalten.
Die Milch wird hier natürlich nicht nur zu Käse, sondern auch zu Butter, Ice Cream, Joghurt usw. veredelt.

Morgen fahren wir auf der 101 weiter nach Süden, auch wenn ein weiterer Regentag angesagt ist. Damit wir genug Zeit in San Francisco haben, dürfen wir uns keine weiteren Rückstände im Etappenplan gestatten. Die Exkursion zum Lake Quinault hat uns schon zwei mögliche Ruhetage genommen. Die Wetterprognosen verheissen Sonnen- und Regentage im Wechsel.

Langstrecken-Biker-Wetter...

  • Es ist kalt
  • Es schifft
  • Es windet uns entgegen

...wie man es sich wünscht.

Astoria – Nehalem Bay 70 km. Etwa auf Streckenhälfte, in Seaside, in einem Pizza Hut zu Mittag gegessen: All You Can Eat-Buffet mit verschiedenen Pizzen, Lasagne (leider schon weg), grosse Auswahl an Salaten und Salatsaucen. Wir waren etwas zu spät, aber die Buffet Auswahl war immer noch reichhaltig. Trotzdem bezahlten wir mit Getränk nur 10.37$ für beide. Wir griffen herzhaft zu.

In der zweiten Etappenhälfte begann es zuerst leicht, dann aber immer stärker zu regnen. Schliesslich schüttete es bis gegen Mitternacht. Gleichzeitig wurden wir von sturmähnlichen Windböhen erfasst, die uns an einer exponierten Stelle zum Schieben der Räder zwang. (Wir konnten uns kaum auf den Beinen halten.)

Wir nutzten die Gelegenheit unser Zelt auf Sturm und Wolkenbruch zu testen. Es bestand den Test.

Am Morgen erneut geschlossene Wolkendecke, aber vorerst kein Regen. Nach einem improvisierten Frühstück im Zelt sind wir in unsere feuchten Klamotten gestiegen und um 8:30 losgefahren. Die Vormittagsetappe bis Tillamook (45 km) war die bisher strengste, obwohl kaum Höhendifferenz zu überwinden war. Zuerst fuhren im starken Gegenwind, aber noch ohne Regen, bald setzte aber auch der Regen wieder ein.

Unser Hauptproblem: Immer mehr von unseren Klamotten sind nass. Heute Abend müssen wir unbedingt einige Kleider trocken kriegen. Das ist auf einem Campground nicht möglich.


Tillamook ist in den ganzen USA berühmt für seinen Cheddar Cheese. Vielleicht machen wir noch einen Besuch in der vollautomatisierten Fabrik.

Dienstag, 19. August 2008

Entering Oregon

Seit 9 Uhr sind wir nun in Astoria, Oregon. Das ist die älteste Siedlung an der Westküste der USA, gegründet 1811. Ursprünglich Pelzhandelsstation, heute ein Städtchen mit 10000 Einwohnern.

Die letzten zwei Tage:

Die Wettergötter meinen es nicht mehr so gut mit uns. Seit auf der Rückfahrt vom Lake Quinault leichter Nieselregen einsetzte, ist das Wetter nur noch schlechter geworden. Richtiges Pazifikwetter! In der Nacht auf Montag regnete es; seither fahren wir regelmässig durch Nieselregen. Der Nebel hängt tief, es ist zwischen 13 und 18 Grad warm; Wetterbesserung ist erst ab Freitag in Sicht.
Von den ensprechend nassen und schmutzigen Strassen wurden wir gestern so mit Schmutz zugekleistert, dass wir uns erst waschen mussten, bevor wir im Coffee absitzen konnten. Wir fahren trotzdem mit Bikesandalen (ohne Socken) und kurzen Hosen.
Die gestrige Etappe von Artic zum Cape Disappointment State Park war 110 km lang. Ein ständiges Auf und Ab kostete Kräfte, auch darum, weil wir zwischendurch auf mehr als 50 km kein Dorf und keinen einzigen Rastplatz passierten (Mittagsrast machten wir auf dem Seitenstreifen der Strasse).

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Eindrücke:

An der Küste Washingtons fahren zwar fast alle schwere Pickup-Trucks, das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass hier wirtschaftliche Depression zu herrschen scheint. Viele Häuser stehen zum Verkauf, noch mehr stehen leer und sind halb zerfallen. Wir passieren viele wahrscheinlich verlassene Werkstätten. Die bewohnten Häuser scheinen aus Sperrholz konstruiert, zum Teil werden blanke Pressspan-Platten für die Aussenwände verwendet. Wir können uns jedenfalls schwer vorstellen, dass man dafür mehr als 10'000$ bezahlt.
Wenn die Küstenbewohner 4x4-Pickups fahren, tun sie das, weil die Strassen abseits der High- und Freeways häufig nicht geteert sind. Dementsprechend grob sind die montierten All-Season-Pneus.
Auf der Strecke von Aberdeen nach Raymond folgte ein Holzschlachtfeld dem anderen. Die Holztransporter kamen uns entgegen und überholten uns im Multipack. Wurden hier früher wie bei uns selektiv Bäume geschlagen, arbeitet man heute nur noch mit Kahlschlägen. Zum Teil werden die Bäume sogar einfach ausgerissen. Dazu werden Bagger mit grossen Greifzangen eingesetzt.

Sonntag, 17. August 2008

Lake Quinault

Wers glaubt, samstags und sonntags kann man in Aberdeen kein Auto mieten! Bus und Taxi sind die Alternativen. Bus?? Wer die Photos gesehen hat von Seattle, weiss, dass Busse hier Velos vor der Frontscheibe transportieren können. Tatsächlich hat es noch einen einzigen Bus, der nach Norden zum Lake Quinault fährt. Er nimmt uns, unsere Räder, unser Gepäck mit für 1$.
Beim Warten auf den Bus in Aberdeen treffen wir auf ein Ehepaar, das uns erklärt, dass wir keinen freien Zeltplatz mehr finden werden. Wir könnten aber auch auf der Wiese eines Schulhauses oder einer Kirche übernachten.
Brauchen wir alles nicht, denn auf der Fahrt werden wir von einer Frau spontan eingeladen, beim Haus ihrer Eltern zu campen. Sie gibt uns eine genaue Wegbeschreibung und erklärt dem Busfahrer, wo er uns absetzen soll.
Das Haus wunderbar gelegen mit direktem Blick auf den See. Wir gehen schwimmen, später Kayak fahren und werden zu einem feinen Dinner eingeladen.
Am Sonntag früh (06:00) improvisiertes Frühstück aus dem Gepäck dann machen wir die Radtour um den Lake Quinault.
Der See gehört zu dem Quinault Indian Reservation; das Gebiet rund um den See herum, bildet den südwestlichen Eingang zum Olympic National Park, auf der Halbinsel westlich von Seattle. Hier gibts Regenwald.
Die Fahrt führt weit in den Park hinein, führt haupsächlich über Gravelroad und ist etwa 50 km lang. Was wir zu sehen bekommen, ist mit wenigen Sätzen nicht zu beschreiben. Seht euch deshalb die Bilder an:
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Zum Wetter: Es war am Samstag noch heisser als am Vortag (über 35 Grad). Vollmond in der Nacht, erste Bewölkung gegen Sonntag Mittag; auf Montag ist leichter Regen angesagt.
Am späteren Nachmittag fahren wir mit dem Bus zurück nach Aberdeen, von wo aus wir auf der US 101 Richtung Raymond weiterfahren und übernachten werden. Wir hoffen, dass wir vor einbruch der Dunkelheit und ohne Regen den Campground erreichen.

Samstag, 16. August 2008

Freitag, 15. August

Wir verabschieden uns von Seattle.

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On the Road

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In Kürze:
  • Wir fahren 120 km in etwa fünf Stunden
  • Erster geplanter Stop ausgelassen, direkt zum Lake Sylvie
  • Rechts und links: Wälder, Wälder, Wälder
  • Alle paar Kilometer überholen uns Langholz-Laster (zum Glück hat es einen Seitenstreifen)
  • Am frühen Nachmittag erste unfreiwillige Pause: Strasse blockiert wegen eines umgestürzten Campers, der Benzin verliert (eine Stunde warten)
  • Untypisches Wetter: Wolkenlos und heiss (34 Grad)
  • Erster Urwald beim Lake Sylvie
Der Jetlag scheint sich nicht stark auszuwirken; wir kommen von Anfang an gut voran. Beeindruckend sind die ausgedehnten Wälder, durch die wir den ganzen Tag fahren. Der Schatten, den die Bäume häufig spenden macht die Hitze erträglich. Durchschnittlich alle fünf Kilometer werden wir von einem Holzlaster überholt und sind entsprechend froh um den Seitenstreifen, auf dem wir fahren. Wir müssen denn auch häufig den Rindenresten am Strassenrand ausweichen. Die Strasse führt hillup und hilldown. Pychologisch günstig ist die Täuschung, dass wir mehr hilldown als hillup zu fahren meinen. Die Gegensteigungen erkennen wir jeweils erst, wenn wir auf die Mittlere Scheibe wechseln und auch hinten runter schalten müssen.
Kurz nach der Mittagsrast werden wir auf der nun verkehrsarmen Strasse gestoppt. Die Räumung der Unfallstelle (umgestürztes Motorhome), soll zwei bis drei Stunden dauern. Weil der zu fahrende Umweg sehr lang wäre, entscheiden wir uns im Gespräch mit dem Sheriff zum Warten. Interessantes Gespräch mit dem Sheriff und den Feuerwehrleuten. Nach 40 Minuten geht es weiter.
Weil wir den Olympic National Park doch besuchen wollen, möchten wir heute bis in die Nähe von Aberdeen fahren. Die Idee ist, am nächsten Tag dort ein Auto zu mieten und nach Norden zu fahren zum Westeingang des Parks. (Die Velos möchten wir an der Mietstation zurücklassen.) - Wir sind von Seattle aus bewusst nicht um die Halbinsel gefahren, weil das eine zulange zusätzliche Strecke wäre. - Der Besuch des Parks verspricht uns den einzigen nicht-tropischen Regenwald zu begehen. Das lohnt sich nur bei schönem Wetter, und das haben wir ja. Andreas, wir haben deinen Tipp nicht vergessen!

Donnerstag, 14. August 2008

Seattle

Seattle:
  • Hat etwa soviel Einwohner wie Zürich und Agglomeration
  • Besticht durch viel moderne Architektur
  • Ist innovativ: Microsoft, Boeing, Starbucks, berühmtes Statistik Departement...
  • Ein Ort mit überraschend wenig Hektik, breiten Flanierzonen und schönen Baumalleen
  • Regenreich wie kaum eine Gegend in den USA, seit gestern aber wolkenlos und heiss
  • Geburtsort von Jimi Hendrix und Bill Gates
  • ...
Wir sind heute als Stadtwanderer unterwegs gewesen. Zuerst haben wir das bestellte Zelt abgeholt. (Nallo 3 GT von Hilleberg. Es erfüllt die drei wichtigsten Bedingungen: wenig Gewicht, viel Platz, völlig dicht. Es kostet in der Schweiz 1250.- Fr., hier 700$.)

Die Wanderung haben wir in den Untergrund ausgedehnt, auf einer Führung durch die Sub-Sidewalks von Seattle. (Nach dem verheerenden Brand von 1889 entschloss sich die Stadt die Strassenhöhe um ein Stockwerk anzuheben. Bisher waren die Strassen bei Flut nur knapp über Meereshöhe, was zu entsprechenden Problemen mit der Kanalisation führte. - Die Hausbesitzer wollten aber nicht solange warten und bauten die Häuser auf den ursprünglichen Fundamenten wieder auf. Die Stadt zog danach den Trottoirs entlang Mauern hoch und schütteten dazwischen die Strassen auf. Die Erdgeschosse der Häuser wurde damit zu Kellergeschossen. Rund um den Pioneer Square sind diese Gebäudereste derselben bis heute erhalten geblieben und seit einigen Jahren Besuchern zugänglich gemacht worden.)

Zur gleichen Zeit begann der Klondike-Goldrush. Seattle positionierte sich geschickt als Ausrüstungszentrum der Stampeders, was die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt aufwertete. (Nicht nur starteten die meisten Goldsucher in Seattle, die wenigen Erfolgreichen tauschten ihre Ausbeute hier in Dollars um. Immerhin brachte das erste Schiff 2 Tonnen Gold nach Seattle!) In einer sinnlich eindrücklichen Art dokumentiert das Klondike Gold Rush National Historial Park-Museum dieses tragödienreiche Abenteuer.

From Seattle to Sa...

Mittwoch, 13. August 2008

Angekommen in Seattle

Das Umsteigen in Philadelphia hat problemlos funktioniert. Die Zeit war knapp, da wir in Zürich noch eine Stunde Verspätung hatten. Das Wetter in Seattle ist fantastisch. Wir sind im Sonnenschein mit den Velos gestartet und beim Eindunkeln in Seattle Downtown angekommen. Nach 20 Stunden Flug sind wir nun ziemlich müde.

Eingecheckt

Der grosse Seesack mit allen Velotaschen war leider etwas zu schwer, darum mussten wir eine Tasche separat einchecken. Die Velos wurden mit unseren SBB-Transportsäcken akzeptiert. Der nächste Zwischenstop auf dem Weg nach Seattle ist jetzt Philadelphia. Dort müssen wir immigrieren. Wir müssen nicht ein- und auschecken, aber das Gepäck müssen wir selber über die Grenze tragen :-)

Dienstag, 12. August 2008

Karte der geplanten Etappenziele

Nun ist er da: der Abend vor der Abreise. Alles ist gepackt, die Etappen sind in etwa geplant und die ersten Hotels schon mal reserviert.

Ich habe die Etappenziele für euch auf einer Karte eingetragen: