Sonntag, 24. August 2008

Columbia River (Nachtrag)

Auf dem Flug nach Seattle bewegten uns wir lange einem schier endlosen See entlang; es war der Columbia River. Sechs Tage später überquerten wir ihn an seiner Mündung bei Astoria auf der gewaltigen dreiteiligen Brücke, deren steile Aufwölbung im letzten Drittel uns allen abforderte. Darum ein paar Daten zum Fluss:
  • Er ist einer der drei grossen Ströme Nordamerikas.
  • Von den kanadischen Rocky Mountains legt er 2000 km zurück.
  • An seinen Ufern steigen die Basaltwände bis 1000 m in die Höhe.
  • Die Briten sahen um 1840 im Columbia River die natürliche Grenze zwischen den USA und Kanada. (1846 einigte man sich schliesslich auf den 49. Breitengrad als Grenze.)
  • Die Entdeckung der Flussmündung wurde für den jungen Staat USA Anlass zur Landnahme im Westen des Kontinents. Berühmt wurde die Expedition unter der Führung von Lewis & Clark, weil sie Strapazen auf sich nahm, die das menschliche Mass überstiegen.
  • Hochseeschiffe können 160 km den Fluss hinauf fahren, bis nach Portland.
  • Die gefährlichen Sandbänke an der Mündung führten früher regelmässig zu Schiffsunglücken.
  • In Fort Stevens, südlich der Mündung, kann man bis heute die Überreste der "Peter Iredale" sehen, eines der letzten Vollsegler, der vor 102 Jahren hier strandete. (Sie war ein Getreidefrachter, die Weizen nach Australien brachte.) Sturm, Nebel und unberechenbare Strömungen liessen sie stranden. Die vier Masten sollen wie Streichhölzer geborsten sein. Statt es wieder frei zu kriegen und zu reparieren, überliess man das Wrack dem Meer. Heute ist nur noch weniges vom Gerippe übrig geblieben.
  • Im Rahmen des New Deal wurde von 1933 - 39 der Bonneville Dam gebaut, der Fluss damit aufgestaut (Gewinnung von Elektrizität, später Bewässerung).
  • Lachse die früher zu Millionen den Fluss hinaufzogen, wurde der Damm ein unüberwindliches Hindernis. Später eingebaute Fischtreppen lösten das Problem nur halbwegs. Heute bewegen sich ohnehin oft nur noch hunderte von Fischen den Columbia River hinauf. Die letzte Fischfabrik flussabwärts (in Astoria) machte 1981 dicht.

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