Donnerstag, 28. August 2008

Sequoia Sempervirens

auf Englisch Redwoods, die grössten und ältesten Lebwesen der Erde.

Wir erleben hier zwar im Moment fast mediterranes Klima, aber übers Jahr gesehen sind hier Nebel und Luftfeuchtigkeit die idealen Voraussetzungen für die Redwoods. Hier führt die US 101 50 mi durch einen der beeindruckensten Wälder der Erde.
Seit dem Ende der 1960er Jahre sind mehrere Naturschutzgebiete zum Redwood-Nationalpark zusammengefasst (Kompromiss zwischen Holzlobby und der Bundesregierung, die für den Park einen hohen Preis bezahlen musste). Das Besondere ist das Aufeinandertreffen zweier Urlandschaften, dem Wald aus Mammutbäumen und dem Pazifik.
Die Bäume sind höher als manche Wolkenkratzer von Frisco. 1000-jährige Redwoods lassen nur wenig Licht auf den Waldboden durch. Es ist still wie in einem europäischen mittelalterlichen Dom, aber viele Baumriesen sind deutlich älter als die Dome.
Die Welt der Redwoods führt zurück in die Urgeschichte des Planeten. Ihre Verwandten wuchsen schon im Myozän. Das beweisen Versteinerungen aus fast allen Kontinenten.
Die Natur lehrt hier andere Massstäbe. Der Mensch ist in diesen Wäldern ein Winzling. Die üblichen Fragen nach Rekordhöhen, -dicken und -alter wirken absurd bei der Erhabenheit der Bäume. Jeder Schritt wird durch eine jahrhunderte Humusschicht abgefedert. Der Nadelteppich verschluckt die Geräusche. Ähnliche Erfahrungen jenseits der Zivilisation macht man sonst nur in Wüsten.

Die Qualität des Holzes
Das Holz der Redwoods ist nicht nur wegen seiner Masse (aus dem Holz eines Baumes lassen sich etwa ein halbes Duzend Einfamilienhäuser bauen) begehrt, sondern vorallem wegen seiner Qualität. Es verottet nicht, und Ungeziefer kann ihm nichts anhaben; es widersteht selbst Waldbränden und Termiten. Und das trocknende Holz schrumpft und verzieht sich nicht.
Die Rothölzer kennen nur einen Feind: die Motorsäge. Natürlich können ihnen Stürme die Spitze brechen, aber das tötet den Baum nicht. Er treibt in 40, 50 m Höhe einfach einen Seitenast zu einem neuen Stamm aus. Und wenn einer der Riesen stribt, bleibt er noch Jahrhunderte stehen und wird zur Quelle vielfältigen Lebens.
Die Bestrebungen, die Bäume zu schützen, reichen in die 1920er-Jahre zurück. In wenigen Jahren wurden an drei Orten Vereinigungen für die Erhaltung der Wälder ins Leben gerufen. Man kann den Idealisten nicht genug danken für ihre Vorarbeit. Trotzdem sind nur 4% der Bäume vor der Säge gerettet worden. Immerhin transportieren die Holzlaster heute keine der alten Mammutbäume mehr (sie könnten übrigens auch nur den Bruchteil eines Stammes laden), sondern jüngeres Rotholz aus Aufforstungen. Es gibt seit 1997 zum Glück auch keine Sägen, die einen mächtigen in Bretter oder Balken auftrennen könnte. - Für die verbleibenden stummen Giganten bedeutet das das Überleben.

1 Kommentar:

Guido Zumthurm hat gesagt…

Sehr imposant, diese Bäume! Man bedenke, dass sie schon 500 Jahre alt waren, als Kolumbus Amerika entdeckt hat.
Hoffentlich bleibt das Wetter weiter so gut!
grüsse
Guido